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27.07.2016

Die ungeschminkte Wahrheit

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Photo by Kerstin
Mein Morgen läuft eigentlich immer wie ein Ritual ab. Nach ein paar Mal umdrehen, quäle ich mich aus dem kuschelig warmen Bett und verschwinde gleich ins Bad. Ungeschminkt komm ich da eher selten wieder raus. Oftmals muss sogar mein Hund kurz warten, bis ich wenigstens Wimperntusche und Rouge aufgelegt habe, um mit ihm vor die Tür zu gehen. Sollte es doch vorkommen, dass ich ohne Make-Up das Haus verlasse, fühle ich mich wahnsinnig unwohl. Wie ein zerzauster, blasser Zombie mit tiefen Augenringen. Meine Körperhaltung macht das Ganze nicht besser, denn meist laufe ich dann mit geneigtem Kopf an den anderen Leuten vorbei, um ihre Blicke zu meiden und nicht darüber grübeln zu müssen, was sie sich wohl denken könnten. Natürlich ist mir bewusst, dass ich in Wirklichkeit nicht ganz so schlimm aussehe. Und der Spruch „ist doch egal was andere denken“, hängt mir schon zum Hals raus. Trotzdem scheint es als würde ich mir morgens vor dem Spiegel, mit meinem Make-Up ein Stück Selbstbewusstsein auftragen.
Ich weiß wie absurd und oberflächlich das klingt, denn man soll sich so akzeptieren wie man ist. Aber ich glaube gerade wir Mädels und Frauen tuen uns da manchmal schwer. Das ständige Vergleichen mit anderen ist da wohl das größte Übel… die beste Freundin, die Ex des Liebsten oder die vermeintliche Schauspielerin im TV hat immer schöneres Haar, immer glattere Haut und immer schlankere Beine.
Ich habe für mich selbst überlegt, wie ich es schaffe, mich ohne Make-Up wohler zu fühlen … oder ob es völlig ok ist so zu denken!?
Dazu  möchte ich erstmal meinem Selbstbewusstsein eine Frage stellen… Was bist du überhaupt? Betrachtet man das Wort, bedeutet es… man ist sich seiner selbst bewusst. Man kennt sich, seine Stärken, seine Schwächen. Vor allem aber seine Seele, was einem gut tut. Daher ist es sehr wichtig Zeit mit sich SELBST zu verbringen um das herauszufinden. Wenn ich so darüber nachdenke, zelebriere ich das Frau sein, weil ich es liebe mich stundenlang zu schminken und mich hübsch zu machen. Also eine Form, Zeit mit sich selbst zu verbringen und das heißt doch eigentlich, das tut mir gut.
Also kann es doch nicht falsch sein sich ohne Make-Up unwohl zu fühlen? 
Wenn ich eins in meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gelernt habe, dann, dass es kein FALSCH gibt. Letztendlich sollte man sich doch in seiner Haut wohl fühlen! Bedeutet das, ohne schicke Kleidung und Lidstrich nicht aus dem Haus zu gehen, dann ist das so!…  es ist völlig ok da ein bisschen nachzuhelfen.
Trotzdem möchte ich daran arbeiten mein "Zombie-Ich" mehr lieben zu lernen, indem ich öfter mal kein Make-Up trage, meiner Haut eine Pause gönne und dabei die Vorzüge meines Gesichts betrachte.
ABER solange das nicht klappt, male ich weiterhin meinen geliebten Lidstrich, denn das wichtigste, ist es all das für sich selbst zu tun!
vio
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Photo by Kerstin

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