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DIE UNGESCHMINKTE WAHRHEIT 



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Mein Morgen läuft eigentlich immer wie ein Ritual ab. Nach ein paar Mal umdrehen, quäle ich mich aus dem kuschelig warmen Bett und verschwinde gleich ins Bad. Ungeschminkt komm ich da eher selten wieder raus. Oftmals muss sogar mein Hund kurz warten, bis ich wenigstens Wimperntusche und Rouge aufgelegt habe, um mit ihm vor die Tür zu gehen. Sollte es doch vorkommen, dass ich ohne Make-Up das Haus verlasse, fühle ich mich wahnsinnig unwohl. Wie ein zerzauster, blasser Zombie mit tiefen Augenringen. Meine Körperhaltung macht das Ganze nicht besser, denn meist laufe ich dann mit geneigtem Kopf an den anderen Leuten vorbei, um ihre Blicke zu meiden und nicht darüber grübeln zu müssen, was sie sich wohl denken könnten. Natürlich ist mir bewusst, dass ich in Wirklichkeit nicht ganz so schlimm aussehe. Und der Spruch „ist doch egal was andere denken“, hängt mir schon zum Hals raus. Trotzdem scheint es als würde ich mir morgens vor dem Spiegel, mit meinem Make-Up ein Stück Selbstbewusstsein auftragen.
Ich weiß wie absurd und oberflächlich das klingt, denn man soll sich so akzeptieren wie man ist. Aber ich glaube gerade wir Mädels und Frauen tuen uns da manchmal schwer. Das ständige Vergleichen mit anderen ist da wohl das größte Übel… die beste Freundin, die Ex des Liebsten oder die vermeintliche Schauspielerin im TV hat immer schöneres Haar, immer glattere Haut und immer schlankere Beine.
Ich habe für mich selbst überlegt, wie ich es schaffe, mich ohne Make-Up wohler zu fühlen … oder ob es völlig ok ist so zu denken!?
Dazu  möchte ich erstmal meinem Selbstbewusstsein eine Frage stellen… Was bist du überhaupt? Betrachtet man das Wort, bedeutet es… man ist sich seiner selbst bewusst. Man kennt sich, seine Stärken, seine Schwächen. Vor allem aber seine Seele, was einem gut tut. Daher ist es sehr wichtig Zeit mit sich SELBST zu verbringen um das herauszufinden. Wenn ich so darüber nachdenke, zelebriere ich das Frau sein, weil ich es liebe mich stundenlang zu schminken und mich hübsch zu machen. Also eine Form, Zeit mit sich selbst zu verbringen und das heißt doch eigentlich, das tut mir gut.
Also kann es doch nicht falsch sein sich ohne Make-Up unwohl zu fühlen? 
Wenn ich eins in meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gelernt habe, dann, dass es kein FALSCH gibt. Letztendlich sollte man sich doch in seiner Haut wohl fühlen! Bedeutet das, ohne schicke Kleidung und Lidstrich nicht aus dem Haus zu gehen, dann ist das so!…  es ist völlig ok da ein bisschen nachzuhelfen.
Trotzdem möchte ich daran arbeiten mein "Zombie-Ich" mehr lieben zu lernen, indem ich öfter mal kein Make-Up trage, meiner Haut eine Pause gönne und dabei die Vorzüge meines Gesichts betrachte.
ABER solange das nicht klappt, male ich weiterhin meinen geliebten Lidstrich, denn das wichtigste, ist es all das für sich selbst zu tun!
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Photos by Kerstin Keitel



TAKE YOUR TIME 

28.02.2015


Nachdem ich mich die letzten Monate etwas zurückgezogen habe, möchte ich nicht sofort mit meinem nächsten Post beginnen, sondern die Möglichkeit nutzen, kurz über Euch und mich zu schreiben. Ich weiß nicht wie es Euch ergangen ist, aber mir hat der sonnenarme Winter in den vergangenen paar Monaten meine letzten  Kräfte geraubt. Der Alltag ist sehr schleppend verlaufen. Wenn es Euch genauso oder ähnlich geht, hoffe ich, kann ich uns mit dem heutigen Post endgültig aus der Winterdepression schälen.


In dieser Stimmung ist es mir nicht leicht gefallen zu posten. Denn diese Art von Blog soll natürlich eine Möglichkeit sein dem Alltag zu entfliehen und sich inspirieren zu lassen und kein Tagebuch über persönliche Dinge. Ihr verbringt Eure Zeit womöglich mit anderen Hobbys. Für mich ist es das Bloggen... dem Alltag entfliehen und sich Zeit für Dinge nehmen die man liebt. Und ich glaube, genau da liegt der Punkt: Bestimmt kennt ihr dieses Gefühl, wenn eine Menge Arbeit auf Euch wartet, aber ihr wollt einfach nicht anfangen. Genau so ging es mir in den letzten paar Monaten. Nicht nur das Schreiben, sondern alles was ich mir vorgenommen habe, hat sich auf einmal wie ein riesiger Berg Arbeit angefühlt und ist deshalb liegen geblieben. Dabei hätte ich einfach nur "anfangen" müssen. Aber wenn Motivation und Kraft fehlen ist das Anfangen das Schwerste. Was also tut man in so einer Situation? Das Hobby wird zur Arbeit, somit vergisst man sich Zeit für sich zu nehmen und landet in einem Teufelskreis. Ganz ehrlich... wenn ihr das Geheimrezept kennt, dann teilt es bitte mit mir, denn ich hab keine Antwort darauf. Alles was ich weiß ist, dass ich diese Woche wieder Kraft schöpfen konnte, was an den Sonnenstrahlen lag, die sich endlich durch die Wolken kämpfen konnten. Wie schon gesagt, ich kenne das Geheimrezept nicht, aber so viel habe ich in den vergangenen Monaten gelernt: Nehmt Euch die Zeit, die ihr braucht um Euch wieder aufzuraffen. Ich weiß es erfordert Mut einfach mal "Nein" zu sagen und alles für kurze Zeit stehen und liegen zu lassen, aber meiner Meinung nach ist manchmal genau das nötig, gerade wenn jede Kleinigkeit zu viel ist. Das können ganz banale Dinge sein, die man kurze Zeit "löschen" kann um den vollgepackten Kopf etwas zu entleeren und neu zu ordnen.
Ich habe mir diese Pause genommen und jetzt ist wieder Platz und Energie für meine Projekte! Das "Anfangen" ist gar nicht so schwierig und ich kann Euch sagen, das fühlt sich super an!
Wenn Euch das kalte Wetter also noch abhält aufzublühen, dreht Eure Lieblingsmusik auf und holt Euch Zettel und Stift für zweitrangige Dinge die erst einmal dort ihren Platz finden können, außerhalb eures schweren Kopfes!

vio at home begibt sich jetzt zu allererst einmal  in den Frühjahrsputz und wir sehen uns dann in ein paar Tagen frisch und voller Energie <3

Falls Euch gerade die passende Musik fehlt hier noch ein kleiner Tipp: Der Soundtrack zu {Can a Song save your life} bringt mir momentan schon Frühlingsgefühle!

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